Das Nielson-Werk

Die Nielson-Füllfederhalterfabrik wurde 1920 in Hamburg-Eilbek gegründet.

Bis 1964 produzierte sie Schreibgeräte aller Art: Füllfederhalter, Drehbleistifte, Druckbleistifte und Kugelschreiber.

Sie wurden weltweit vertrieben. Die Hauptmarke war ...

Merkurit Logo
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Das Markenzeichen von Merkurit sind die drei charakteristischen Punkte auf dem Kappenkopf.

Die sogenannten "Blindenpunkte".

Die Firmengeschichte ...

Chronologie

Kronprizenstraße 54
Kronprizenstraße 54

1920 wurde das Nielson-Werk in Hamburg-Eilbek gegründet.

Erster Firmensitz war die Hasselbrookstraße 130. Das Gebäude wurde 1943 während der schweren Bombenangriffe völlig zerstört, die Umgebung dem Erdboden gleichgemacht.

Diese Fotos sind leider nur Dummies. Leider noch keine Originalporträts. Ich arbeite dran
Diese Fotos sind leider nur Dummies. Leider noch keine Originalporträts. Ich arbeite dran

Geschäftsführer war Wilhelm Nielson      Inhaberin seine Frau Anna.

Wilhelm Nielson war sehr umtriebig. War Kaufmann, "Expert der Seeversicherung", hatte eine chemische Fabrik und führte das Nielson-Werk. Das Ehepaar hatte vier Kinder.

1921 wurde der Firmensitz von Eilbek nach Blankenese verlegt,

in die Kronprinzenstraße 3. Das Haus steht heute auch nicht mehr.

 

1930 zog die Firma ein paar Häuser weiter in die Kronprinzenstraße 54, 

wo sie bis zum Ende 1964 blieb. Ob das Gebäude für die Fabrik neu errichtet wurde, ist nicht bekannt, aber sehr wahrscheinlich.

 

Altona-Blankenese, Kronprizenstraße 54, Darstellung von 1930
Altona-Blankenese, Kronprizenstraße 54, Darstellung von 1930

"... mit dem Blick aus Süden über die Bahnstrecke Hochkamp-Blankenese, auf der gerade ein Vorortszug fährt, gezogen von einer Dampflok."

Zitat: Nielson-Enkel Lothar Redieske


Die Darstellung von 1930 scheint die Dimensionen allerdings grotesk zu überhöhen ...

Altona-Blankenese, Kronprinzenstraße 54, um 2010
Altona-Blankenese, Kronprinzenstraße 54, um 2010

So sieht das ehem.

Nielson-Werk in der

Kronprinzenstr. 54

heute tatsächlich aus.

Statt einer Dampflock, fährt nun die S-Bahn vor dem Haus vorbei.                      

 

Die Familiengeschichte ...

Chronologie

1920 wohnte die Familie Nielson in Fuhlsbüttel, Erdkampsweg 132

1921 zog das Ehepaar Nielson in ein hochherrschaftliches Etagenhaus nach Eimsbüttel, Am Weiher 21.

Am Weiher 21
Am Weiher 21

Hier firmierte gleichzeitig auch die Chemische Fabrik Wilh. Nielson

Eine chemische Produktion kann es hier aber nicht gegeben haben. Es ist ein reines Wohngebiet.

1926 ging es in die Schillerstraße 18 nach Altona, auch ein hochherrschaftliches Etagenhaus. 

Schillerstraße 18
Schillerstraße 18

Hier wohnt die Witwe Henriette Nilsson, die Mutter von Wilhelm, der sich unter dieser Adresse auch Nilsson nennt. Die Familie stammte ursprünglich aus Schweden. Wilhelm hat  dann seinen Namen eindeutschen lassen zu Nielson. 

1928 wurde die Villa Godeffroystraße 26 zum Domizil der Familie Nielson.

Villa Goddefroystraße
Godeffroystraße 26

Nur wenige Jahre konnte die junge Familie Nielson unbeschwert in diesem schönen Haus leben.


 

1931 starb Wilhelm Nielson, der ursprünglich „Expert der Seeversicherungs-Branche“ war, an einer Lungenentzündung. Seine Witwe Anna Nielson übernahm nun notgedrungen als vierfache Mutter auch die Geschäftsführung der Firma.

 

1933 wird als Inhaberin des Nielson-Werks die Witwe Anna Nilsson (!) genannt. Sie wohnt nicht mehr in der Godeffroystraße 26. Sie ist in die Bahnhofstraße 31 in Blankenese gezogen.

 

© GH
© GH

Druckbleistift um 1952 mit der Gravur ANNA NILSSON

 

 

1954 wird wieder Anna Nielson(!) als Inhaberin genannt.

Privatadresse Papenstraße 14, Hamburg-Eilbek. Das ist ganz in der Nähe der ersten Produktionsstätte Hasselbrookstraße 130. 

 

1957 wird die Fabrik von Anna Hinzpeter geleitet. Anna Nielson hat Max Hinzpeter geheiratet und firmiert nun mit dem neuen Namen. Die Privatadresse bleibt die Papenstraße.

 

1964 geht die Firma Nielson-Werk in die Hände von Helga und Kurt Redieske über, einer Nielson-Tochter und ihrem Ehemann.

 

Die Produktion von Füllfederhaltern wird aufgegeben. 

Kurt Redieske übernimmt die Immobilie Kronprinzenstraße 54 und betreibt von dort den Lesezirkel „Die Neue Mappe“. Noch heute gehört der Familie Redieske das Anwesen.

 

1958   Das vermutlich letzte Produkt des Nielson-Werks.

Ein Merkurit-Kugelschreiber!

Patent von 1923

1923 meldete Niels Nielson einen „Self Filling Fountain Pen“ in den USA zum Patent an.

 

Er lebte in Los Angeles.

Ob Niels Nielson und Wilhelm Nielson verwandt waren, lässt sich nicht sagen. Der zeitliche Zusammenhang ist allerdings auffällig.

 

Telefon- und Adressbucheinträge

1925 Reichsbranchenverzeichnis

1928  Amtliches Fernsprechbuch Hamburg-Altona

1929  Reichsadressbuch Branchenverzeichnis mit den damaligen Wettbewerbern

Achtung!

Ab hier nur für Fortgeschrittene

Auszüge aus Telefon- und Adressbüchern

mit verwirrenden Einträgen und immer neuen Überraschungen

1920  Telefonbuch

Chemische Fabrik, Hasselbrookstr. 130

1921  Telefonbuch 

Chem. Fabrik, Am Weiher 21

Füllfederhalterfabrik, Blankenese

 

1921  Adressbuch

Privatadresse Erdkampsweg

Firmensitz in Hamburg-Hasselbrook

1922  Telefonbuch

Chem. Fabrik, Am Weiher 21

Füllfederhalterfabrik, Blankenese


 

1923  Adressbuch

Umzug nach Blankenese,

Kronprinzenstraße 3

 

1926  Adressbuch 

Ein neuer Geschäftsführer:

W. F. Becker

Wohl nur eine Episode.

"Nielsen" falsch geschrieben.

 

1927  Adressbuch

Bemerkenswerter Eintrag.

 

Geschäftsfüher des Nielson-Werks:

Wilhelm Nielson 

 

Expert der Seeversicherungsbranche: Wilhelm Nilsson, der mit der Witwe Henriette Nilsson in einem Haus wohnt.

 

1928  Adressbuch

Jetzt heißt die Witwe Henriette auch Nielson, genau wie der „Expert der Seeversichrungsbranche“ auch.

1928 

Neue Privatadresse: Godeffroystraße 26,

Blankenese

 

1930 

Neue Adresse

des Nielson-Werks:

Kronprinzenstraße 54

 

Hier wird die Firma bis zum Schluss 1964 bleiben.

 

1932 

Wilhelm Nielson ist verstorben. 

Anna Nielson ist nun Witwe.

 

1933  

Anna Nielson zieht in die Bahnhofstraße 31.

1933 

Als Geschäftsführerin des Nielson-Werks

heißt sie nun

Witwe Anna Nilsson(!)

 

1938 

Anna Nilsson wird nun als Inhaberin genannt.

Das war sie als Anna Nielson schon immer.

1951 

Das Nielson-Werk firmiert nun als

Offene Handelsgesellschaft.

1954 

Anna Nilsson heißt wieder Nielson und scheint auch privat in der Fabrik zu wohnen.

1956 

Anna Nielson zieht in die Papenstraße 14,

Hamburg-Eilbek

1957 

Die Inhaberin des Nielson-Werks heißt nun Anna Hintzpeter

1961 

Der private Adressbucheintrag von Anna Hinzpeter

1964 

Das Nielson-Werk ist von der Familie Redieske übernommen worden.

1966  Die Produktion im Nielson-Werk ist eingestellt. Die Familie

Redieske betreibt nun den Lesezirkel „Die Neue Mappe“ von dort aus.

 

Links zum Thema

Sicherheitsfüller Merkurit 1920 © Thomas Junge

Der erste Merkurit Safety

1920

 

Konvolut von Merkuriten um 1920

Merkurit Safeties gab es ab 1920 in vielen Größen:

112, 114, 20, 200, 202, 214, 812, 44

Merkurit Drehblistifte 1924

Drehbleistifte um 1924

Merkurit oktagonal

Merkurit Safety M 214

octagonal

um 1924

Merkurit Safety B 812

octagonal

um 1928

Merkurit 1928

Merkurit

braun-marmoriert um 1928

Merkurit Hebelfüller 1928
© Thomas Junge

Merkurit Safety 20

Hebelfüller schwarz

um 1928

 

©
©

Merkurit Safety

Hebelfüller blau-marmoriert

um 1932

© Thomas Junge
© Thomas Junge

Merkurit

grau-marmoriert

um 1933

 

Merkurit Safety

mit übergestülptem Overlay

© Thomas Junge
© Thomas Junge

Merkurit Tipper

rot-marmoriert

um 1933

© Thomas Junge
© Thomas Junge

"Damenset" um 1933

Druckknopffüller und Drehbleistift

© Thomas Junge
© Thomas Junge

Merkurit

grün-marmoriert

um 1938

© MR
© MR

Merkurit 263 und 675 Kolbenfüller-Variationen

z. Teil Mäander-Kappenband

um 1938 bis 1945

 

© H.Prahl
© H.Prahl

Merkurit 176

um 1938 bis 1948

grün-marmoriert

Merkurit 171
© MR

Merkurit 171

um 1938 bis 1948

© MR
© MR

Merkurit 172

um 1938 bis 1952

Variationen vom 172er Merkurit

Merkurit 172

Variationen

um 1938 bis 1952

 

© Thomas Junge
© Thomas Junge

Merkurit 172

blau-, grün- und braun-marmoriert um 1952

mit Mäander-Kappenband

 

© Thomas Junge
© Thomas Junge

Merkurit Druckbleistift

Perlmutt um 1938 bis 1948

© GH
© GH

Merkurit Druckbleistift

von historischer Bedeutung:

Gravur ANNA NILSSON

mit Mäander-Kappenband

 

 

 

Merkurit Symetra um 1954

© MR
© MR

Merkurit 10 und 170

für Damen

grün-marmoriert und schwarz ohne Clip

© MR
© MR

Merkurit Stromlinienform

keine Modellnummer marmoriert

um 1954 bis 1964

© MR
© MR

Merkurit 673, 176 und 273

um 1956

© mr
© mr

Merkurit 520 G

Kolbenfüller

um 1958

© Thomas Junge
© Thomas Junge

Merkurit 520 G und 170

Füller und Druckbleistift

um 1958

© MR
© MR

Merkurit 17

Kugelschreiber

um 1958

Subbrands

© Thomas Junge
© Thomas Junge

Merkur Tipper 

rot-marmoriert um 1933

 

© Thomas Junge
© Thomas Junge

Merkur Gold 263 Tipper

schwarz

um 1933

 

© MR
© MR

Merkur Gold 55 Tipper

gold-marmoriert

um 1933

 

© MR
© MR

Merkur Gold 70 Perlmutt 

Druckbleistift 

1938 bis 1948

Merkur Gold 273

Kolbenfüller 

Merkur Gold
© MR

Merkur Gold 171

Kolbenfüller

um 1952 bis 1964

© Thomas Junge
© Thomas Junge

Merkuit/Pikfein

rot-marmoriert um 1954

 

Nahausschnitt
Nahausschnitt

Die Untermarke Pikfein gab es schon vor 1935.

Mit pneumatischer Füllung. Ohne Mechanik.

Merkurit Glasfee

Merkurit/Glasfee 773

zum Durchschreiben

1952 bis 1964

Die Untermarke Glasfee gab es schon vor 1933 als Safety

 

Merkurit Roulette

Merkurit/Roulette Kuli

Nachkriegsmodell

Die Untermarke Roulette gab es schon vor 1933 als Safety

 

© MR
© MR

Merkurit/Torero 673

Kolbenfüller

Fragment

zuletzt aktualisiert:

28.06.2016

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